Börde-Pilze aus dem Regal

KFZ-Meister aus Groß Santersleben züchtet Bio-Shitake
Freitag, 21. Januar 2022

Eigentlich hatte sich Hubert Böttcher aus Groß Santersleben nur ein Hobby für die Rente gesucht. Dreh- und Angelpunkt dafür sollte eine Halle am Ortsrand werden, in der er früher Winterreifen gelagert hat. 2013 tauschte er Gummi gegen Regale, Heizung, Lampen und Luftbefeuchter: er beschloss Pilze züchten. Mittlerweile ist daraus ein ganz eigenes Geschäft geworden. So verkauft Hubert vor allem Shitake und Seitlinge in Bioqualität direkt vor Ort, aber auch an Bio-Großhändler. Bei entspannter Corona-Lage sind seine Pilze auch in den Restaurants der Autostadt Wolfsburg beliebt. 

 

Wie die Pilzzucht im Regal funktioniert

Die Zucht von Shitake und Seitlingen beginnt in Plastiktüten. Darin werden Sägespäne mit Pilzsporen "beimpft", dazu kommen Nährstoffe und etwas Feuchtigkeit. Die Masse wird dann bei 24-26 Grad Celsius beleuchtet, bei hoher Luftfeuchtigkeit und unter Sauerstoff-Zufuhr gelagert. Wichtig dabei: es darf kein Schimmel entstehen. Wenn sich die Pilz-Sporen in der Masse ausbreiten, wird sie zunächst weiß und dann, etwa bei Shitake-Pilzen, später braun. Nun müssen die Klumpen "erregt" werden. Dafür werden sie zum Beispiel in dem Regale bewegt und oder die Oberflächen angeraut. Innerhalb einer Woche wachsen dann die erntereifen Pilzköpfen aus der Masse heraus. Mit ein bisschen Know-how geht das auch zuhause.

Bei Hubert kann man übrigens auch solche Blöcke als eine Art "Pilz-Strauß", alternativ zum Blumenstrauß bekommen.