Nobelpreis_62907098_ergebnis.jpg

Die Woche der Nobelpreise

Vom 7. bis 14. Oktober werden in Stockholm und Oslo die diesjährigen Nobelpreisträger bekannt gegeben.

Die Nobelwoche beginnt mit der Bekanntgabe des Medizinnobelpreises. Bis Ende der Woche folgen dann die Auszeichnungen in Physik, Chemie, Literatur und Frieden, am darauffolgenden Montag schließlich der Wirtschaftsnobelpreis.

Die Nobelpreise sind wie in den beiden Vorjahren pro Kategorie mit neun Millionen schwedischen Kronen (rund 830 000 Euro) dotiert.

Offiziell geehrt werden die Preisträger am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel, feierlich in Stockholm und Oslo. Sie erhalten dann neben dem Preisgeld die berühmte Nobelmedaille sowie eine Nobelurkunde.

Mit dem Medizinnobelpreis waren im vergangenen Jahr die beiden Immunologen James Allison aus den USA und Tasuku Honjo aus Japan ausgezeichnet worden. Sie wurden für die Entwicklung spezieller Krebstherapien geehrt.

Namen unter Verschluss

Wer die Preise erhält, ist wie immer vorab völlig unbekannt.

Wie auch in den Kategorien Physik und Chemie geht der Medizinpreis häufig an mehrere Wissenschaftler gleichzeitig, die gemeinsam oder zum selben Fachgebiet geforscht haben.

Den Medizinnobelpreis haben seit der ersten von bislang 109 Vergaben insgesamt 216 Personen erhalten, darunter nur zwölf Frauen. 39 Mal ging sie an einen Einzel-, 33 Mal an zwei und 37 Mal an drei Preisträger. Der Preis darf an maximal drei Personen gleichzeitig vergeben werden.

Live-Stream zur Preisvergabe:

Nobelpreis für Medizin

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an William Kaelin (USA), Peter Ratcliffe (Großbritannien) und Gregg Semenza (USA) für ihre Entdeckung molekularer Mechanismen, mit denen Zellen den Sauerstoffgehalt wahrnehmen.

Das teilte das Karolinska-Institut in Stockholm mit.

Neue Chancen zur Heilung von lebensbedrohlichen Krankheiten

Ihre Arbeiten hätten die Grundlagen gelegt für die Entwicklung neuer Strategien zur Bekämpfung von Blutarmut, Krebs und vielen anderen Erkrankungen, hieß es von der Nobeljury.

Der Sauerstoffgehalt in der Umgebung beeinflusst in bestimmten Fällen das Wachstum der Zellen in einem Tumor und dessen Versorgung. Daher gelten die zugrundeliegenden Mechanismen als mögliche Ansatzpunkte für Krebstherapien.

Alle Tiere benötigen Sauerstoff, um aufgenommene Nahrung im Inneren der Zellen in lebenserhaltende Energie umzuwandeln.

Verändert sich der Sauerstoffgehalt, verändert sich die Aktivität zahlreicher Gene und damit letztlich der Stoffwechsel.

Gregg Semenza vom Johns Hopkins Institute for Cell Engineering in Baltimore identifizierte in den frühen 1990er Jahren ein Protein, das diese sauerstoffabhängigen Reaktionen reguliert.

1995 konnte der 1956 in New York geborene Biologe das Protein gewinnen und weiter erforschen. Der Name des Faktors: HIF (Hypoxia Inducible Factor).

F1.large_.jpg

William G. Kaelin, Jr., Sir Peter J. Ratcliffe, und Gregg L.

Nobelpreis für Physik

Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr jeweils zur Hälfte an James Peebles (Kanada/USA) sowie an Michel Mayor (Schweiz) und Didier Queloz (Schweiz) für ihre Beiträge zum Verständnis des Universums und des Platzes der Erde im Kosmos.

Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit.

Verständnis für Ur-Geschichte

Peebles Arbeiten lieferten die Grundlage für unser Verständnis der Geschichte des Universums vom Urknall bis heute, hieß es. Die beiden Schweizer Forscher hatten 1995 den ersten Exoplaneten entdeckt, der um einen sonnenähnlichen Stern kreist.

Die höchste Auszeichnung für Physiker ist insgesamt mit umgerechnet etwa 830 000 Euro (9 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

Seit der ersten Vergabe im Jahr 1901 haben 209 Forscher den Physik-Nobelpreis erhalten, darunter drei Frauen. Der US-Amerikaner John Bardeen bekam ihn zweimal.

 

Im vergangenen Jahr hatten Arthur Ashkin (USA), Gérard Mourou (Frankreich) und Donna Strickland (Kanada) den Nobelpreis für Physik für die Entwicklung hochpräziser Werkzeuge aus Licht bekommen.

Physik_Nobelpreis_fu_62931764_ergebnis.jpg

Nobelpreis für Chemie

Der Nobelpreis für Chemie geht an den in Jena geborenen US-Amerikaner John Goodenough, Stanley Whittingham (in Großbritannien geboren) und Akira Yoshino (Japan) für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien.

Akus leicht und wiederaufladbar

Stanley Whittingham arbeitete in der Siebzigerjahren mit Supraleitern und schaffte damit die Grundlage für leistungsfähige und leichte Akkus.

Goodenough verbesseerte die Technik und die Leistung in den Achtzigerjahren und 1985 gelang es Yoshino, die erste kommerzielle Lithiumionenbatterie zu entwickeln, ohne die heute viele mobile elektronische Geräte wie Smartphones oder Laptops nicht denkbar wären.

 

Nobelpreis(e) für Literatur

Gleich zwei Literaturnobelpreise hat die schwedische Akademie am 10. Oktober 2019 in Stockholm verliehen.

Der österreichische Schriftsteller Peter Handke erhält die Auszeichung für das Jahr 2019.

Olga Tokarczuk aus Polen bekommt den Literaturnobelpreis 2018.

2018 war die Verleihung wegen eines Skandals bei der Schwedischen Akademie ausgefallen. Mehrere Frauen hatten dem Ehemann des mittlerweile ausgetretenen Akademiemitglieds Katarina Frostenson, Jean-Claude Arnault, sexuelle Übergriffe und Belästigung vorgeworfen hatten.

Nobelpreis für Frieden

Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed erhält in diesem Jahr den Friedensnobelpreis. Er wird für seinen Einsatz für Frieden und internationale Zusammenarbeit und vor allem für seine Initiative zur Lösung des Grenzkonflikts mit dem äthiopischen Nachbarland Eritrea ausgezeichnet.

Die Jury hatte in diesem Jahr die Wahl zwischen 301 Nominierten, unter ihnen 223 Persönlichkeiten und 78 Organisationen. Da die Namen der Kandidaten 50 Jahre lang unter Verschluss gehalten werden, ließ sich über den Preisträger vorab nur spekulieren.

Im vergangenen Jahr erhielten der kongolesische Arzt Denis Mukwege und die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad die Auszeichnung für ihren Kampf gegen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe.

abiy-ahmed-1000-1.jpg

Abiy Ahmed
Friedensnobelpreis für den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed
Anzeige: