Es ist Mückenzeit

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Dr. Doreen Werner
Dr. Doreen Werner bei der Arbeit

Sie surren, sie stechen, sie nerven: Von Juni bis Ende September müssen wir uns mit Mücken herumquälen. Doch welche Mythen und Gerüchte über die kleinen Blutsauger stimmen eigentlich? Wir haben mit Biologin und Mücken-Expertin Dr. Doreen Werner gesprochen. 

Nur Weibchen stechen

Bei den Mücken sind die Weibchen diejenigen, die uns am meisten ärgern, denn sie sind bei den meisten Mückenarten diejenigen, die uns stechen. Das hat auch einen guten Grund: Sie brauchen das Eiweiß und die Nährstoffe des Blutes für ihre Eier. Ansonsten hätte ihr Nachwuchs nicht genug zu futtern. Männchen stattdessen haben kein großes Interesse an unserem Blut. Sie ernähren sich stattdessen lieber von Pflanzensäften und Wasser. Ansonsten ist ihr Leben fast schon langweilig: Sie sind tatsächlich nur dafür da, um Nachwuchs zu zeugen.

Das "Süße Blut"

...gibt es gar nicht! Der Gedanke, dass den Mücken manches Blut besonders gut schmeckt, ist aber nicht ganz falsch. Mücken achten auf den Körpergeruch. Dieser setzt sich durch verschiedene Stoffe wie Milchsäure, Fettsäuren und Ammoniak zusammen. Besonders anziehend finden die Stecher übrigens Schweißgeruch. Doch da hört es in der Forschung nicht auf. Es wurde außerdem herausgefunden, dass Mücken sich auch an dem von Menschen ausgestoßenen Kohlenstoffdioxid orientieren. Heißt: Im Sommer gerne einmal öfter duschen, soll ja auch noch andere Vorteile haben. Den CO2-Anstoß können wir aber leider nicht vermeiden, es sei denn wir halten die Luft an. Ob das allerdings eine langfristige Lösung ist, bleibt fraglich. 

Werden Frauen öfter gestochen?

Es gibt einige wissenschaftliche Untersuchungen, dass der Hormonspiegel und die Ernährung eine Rolle spielen, ob man gestochen wird oder nicht. Allerdings ist dabei nicht wissenschaftlich belegt, dass Frauen öfter gestochen werden als Männer. 

Licht lockt Mücken an

Ein ganz klares Nein! Mücken reagieren nicht auf Licht, sondern auf Gerüche. Von daher ist der Spruch "Mach das Licht aus, sonst kommen die Mücken rein" ganz klar falsch. Wenn die kleinen Blutsauger bei Euch ins Schlafzimmer eingezogen sind, sollte Ihr es stattdessen mit einer erfrischenden Dusche oder dem häufigeren Wechseln der Bettwäsche versuchen.

Woher kommt der Juckreiz?

Die allergische Reaktion und der Juckreiz, den man nach dem Stich einer Mücke erlebt, kommt von einem Protein. Dieses injiziert die Mücke, um die Gerinnung des Blutes aufzuhalten. Die Quaddeln, welche kurz danach auftreten, haben allerdings eine andere Herkunft. Sie werden durch das körpereigene Histamin ausgelöst, welches eine Abwehrreaktion im Körper auslöst und dadurch kleine Blasen entstehen lässt. 

Werdet selber Mückenforscher!

Euer Kindheitstraum war es Wissenschaftler zu werden? Dann ist jetzt Eure Chance gekommen! Der "Mückenatlas" sammelt für wissenschaftliche Zwecke Mücken aus ganz Deutschland und ist dabei auf Zusendungen von Bürgern angewiesen. So kann herausgefunden werden, wann sich wo welche Stechmückenart in Deutschland aufhält und ob sich neue Arten hier ansiedeln. Dafür müsste Ihr einfach eine Mücke fangen, über Nacht im Kühlschrank lagern und dann zusammen mit dem ausgefüllten Formular einschicken. Als Dankeschön bekommt Ihr Informationen über den eingesendeten Stecher. Hier findet Ihr den Link zur Website mit den genauen Informationen.

Und was hilft gegen Mücken? Klickt hier!

Und was hilft nun eigentlich gegen die nervigen Stecher? Dr. Doreen Werner hat uns ein paar Antworten gegeben: