Ismail Atalan wird HFC-Trainer

Dienstag, 25. Februar 2020

Der neue Trainer des Halleschen FC heißt Ismail "Isi" Atalan! Der Vertrag läuft erst einmal eineinhalb Jahre und gilt nur für die 3. Liga. Der neue Trainer wurde von Präsident Rauschenbach und Sportdirektor Heskamp heute auf einer Pressekonferenz in Halle vorgestellt.

Atalan (39) war bis heute noch Trainer beim VfL Sportfreunde Lotte, der in der Regionalliga West spielt und aktuell auf dem 9. Platz steht. Hier konnte er dank einer passenden Ausstiegsklausel ablösefrei gehen. Er nimmt auch seinen Co-Trainer Jo Laumann mit nach Halle, wie auf der Homepage der SF Lotto zu lesen ist. Atalan ist gelernter Versicherungs- und Bürokaufmann und Vater von drei Kindern.

Seinen Einstand feiert Atalan bereits am Samstag (14.00 Uhr) in der Auswärtspartie des HFC bei der SG Sonnenhof Großaspach.

«Ich möchte in die Köpfe der Jungs kommen und schauen, was da los ist. Man verlernt ja das Fußballspielen nicht von heute auf den anderen Tag», erklärte Atalan. Er wolle viele Einzel- und Gruppengespräche führen, um sich ein Bild von der Verfassung der Mannschaft zu machen. «In der jetzigen Situation ist es extrem wichtig, dass wir einen sehr einfachen Fußball spielen. Das ist der erste Ansatzpunkt», sagte Atalan, an dessen Seite Joseph Laumann als Assistent arbeiten wird. Torwart-Trainer bleibt Marian Unger. Über die Zukunft des bisherigen Co-Trainers Michael Hiemisch wird der Vorstand in den nächsten Tagen entscheiden.

Wie Vereinspräsident Jens Rauschenbach erklärte, habe bereits in der Vergangenheit Kontakt mit Atalan bestanden. «Wir hatten ihn schon vor zwei Jahren auf dem Schirm, bereits damals gab es eine Kontaktaufnahme. Er soll die Mannschaft aus der Misere führen und wieder für Stabilität sorgen. Wir sind froh, dass es jetzt so schnell gegangen ist», sagte Rauschenbach.

Die Hallenser, die noch im Herbst die Tabelle anführten, sind inzwischen komplett eingebrochen. Die ersten sechs Pflichtspiele nach der Winterpause wurden verloren. Allein in den letzten drei Partien kassierte der HFC 14 Gegentore. Dieser Abwärtstrend hatte «Vorstand, Verwaltungsrat und Sportdirektor zu der Überzeugung kommen lassen, dass die Mannschaft einen neuen Impuls benötigt», erklärte Rauschenbach nach einer gemeinsamen Sitzung der Gremien. Bei dem Treffen am Montagabend wurde das Aus von Ziegner beschlossen.

Die Mannschaft wirkte bereits in der Phase vor der Winterpause verunsichert und instabil. Während und nach dem Trainingslager in der Türkei, wo sich das Team auf die zweite Saisonhälfte eingeschworen und in den Testspielen einen guten Eindruck hinterlassen hatte, kehrte kurzzeitig Hoffnung zurück. In Anthony Syhre, Janek Sternberg und Marcel Hilßner verpflichtete der Verein zudem noch drei Wunschspieler von Ziegner.

Doch anstatt sich in den Leistungen und Ergebnissen mit Beginn der Rückrunde wieder zu stabilisieren und womöglich erneut einen Angriff in Richtung Tabellenspitze zu starten, ist der HFC immer weiter abgerutscht. Inzwischen hat der Club nur noch drei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Den Absturz in die Regionalliga soll Atalan verhindern.

Der neue HFC-Trainer hat in seiner Laufbahn schon mehrere Höhen und Tiefen erlebt. Mit Lotte schaffte er 2016 den Aufstieg in die 3. Liga und schied erst in der Saison 2016/17 im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen den späteren Champion Borussia Dortmund aus. Beim VfL Bochum stand er 2017 in der 2. Bundesliga als Cheftrainer unter Vertrag, musste jedoch wegen Erfolglosigkeit nach nur drei Monaten Amtszeit seinen Platz räumen.