Thomas Cook

Thomas Cook sagt Reisen bis Ende des Jahres ab

Unternehmen will ab 2020 wieder Reisen anbieten

Der insolvente deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook hat alle Reisen bis einschließlich 31. Dezember abgesagt.

Das gilt auch, wenn sie bereits teilweise oder gänzlich bezahlt wurden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Oberursel bei Frankfurt mit.

«Wir bedauern sehr, dass wir diese Reisen absagen müssen, können aber deren Durchführung nicht gewährleisten», sagte Stefanie Berk, Vorsitzende der Geschäftsführung.

Das Unternehmen arbeite mit Hochdruck daran, ab 1. Dezember 2019 wieder operativ tätig zu sein und dann auch Reisen ab dem Jahresbeginn 2020 wieder anbieten zu können.

Das Unternehmen, zu dem unter anderem Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen gehören, war in den Sog der Pleite des britischen Mutterkonzerns geraten. Drei deutsche Thomas-Cook-Gesellschaften stellten Insolvenzantrag.

Betroffene Kunden können sich für Informationen zum weiteren Vorgehen an den Dienstleister KAERA wenden: +49 6172 99761123.

Zurich-Versicherung hilft Urlaubern in "Zwangshaft"

Um Konflikte über die Bezahlung von Urlaubsunterkünften zu vermeiden, will die Zurich-Versicherung Thomas-Cook-Pauschaltouristen im Ausland zusätzlich unterstützen. Auf Basis der Buchungsinformationen und ohne Vorlage gesonderter Rechnungen sollen die Hotels in den Ferienorten jetzt 50 Prozent der ausstehenden Zahlungen erhalten, wie ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. «Dies gilt sofort und unter der Voraussetzung, dass Thomas-Cook-Reisende von diesen Hotels ab sofort weder zur individuellen Zahlung von Hotelrechnungen aufgefordert oder anderweitig genötigt werden», sagte Sprecher Bernd Engelien.

Die Versicherung reagierte damit auf Berichte von Hotelgästen, die nach eigenen Angaben gezwungen worden waren, ihre Unterkünfte vor Ort selbst zu bezahlen. Einige musste demnach mehr als 1000 Euro auf den Tisch legen. Der Deutsche Reiseverband (DRV) und der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatten dies scharf kritisiert.

Wie viele Hotels betroffen sind, werde am Freitag mit dem insolventen Reiseanbieter abgestimmt, sagte der Versicherungs-Sprecher. Nach Angaben vom Donnerstag waren noch 70 000 Thomas-Cook-Pauschalurlauber aus Deutschland unterwegs. Die Zurich Deutschland hat Urlaub und Rückreise der Thomas-Cook-Kunden abgesichert.

Ohne Insolvenz gibt es kein Geld zurück!

Pauschal-Urlauber haben einen sogenannten Reisesicherungsschein - aber der bringt nur etwas, wenn das Unternehmen Insolvenz angemeldet hat. Der gezahlte Reisepreis plus möglicher Zusatzkosten kann ohne Insolvenz nicht bei einem Insolvenzversicherer geltend gemacht werden.

Anspruchsgegner bleibt der im Vertrag genannte Partner. In diesen Fällen geht es auch nicht nur um Rückzahlung des Reisepreises. Hier kann der betroffene Verbraucher auch Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreude geltend machen. Das sollten Betroffene schnellstens und natürlich unter Fristsetzung tun. Ansprechpartner für gestrandete und nicht wie geplant zurückfliegende Urlauber ist auch derzeitig einzig und allein der im Vertrag genannte Partner. Der Reisepreis wurde bezahlt und der Urlauber kann natürlich zu Recht darauf bestehen, dass der Vertrag auch erfüllt wird.

Was sollen Betroffene aktuell tun?

Auf jeden Fall versuchen, mit dem Reisebüro und vor allem mit dem Veranstalter Kontakt aufzunehmen. Auf keinen Fall sollte von der Reise zurück getreten oder eine Neubuchung vorgenommen werden. Ratsam ist es, die Meldungen und die Homepage des Reiseveranstalters zur Kenntnis zu nehmen. Liegt eine Pauschalreise vor, dann hat der betroffene Urlauber auch einen Reisesicherungsschein erhalten und er kann bei Vorliegen eines Insolvenzantrages den gezahlten Reisepreis über das Versicherungsunternehmen zurück erhalten. Gleiches gilt für den gestrandeten Urlauber vor Ort. Auch er kann seine Ansprüche plus notwendiger Zusatzausgaben etwa für zusätzliche Hotelübernachtungen beim Insolvenzversicherer geltend machen.

Der gestrandete Individualtourist muss gegenwärtig auf sich selbst bauen. Unter Umständen muss er noch einmal Geld in die Hand nehmen, um den Rücktransport sicherzustellen.

Klickt Euch hier zur Verbraucherzentrale!

Bei Condor geht's weiter

Der zu Thomas Cook gehörende Ferienflieger Condor hat einen Überbrückungskredit beim Bund beantragt und bewilligt bekommen. Er umfasst 380 Millionen. Condor kann damit auf Rettung hoffen. Mit dem sogenannten Massedarlehen bekommt der Ferienflieger finanziellen Spielraum, um sich möglicherweise von der britischen Muttergesellschaft zu lösen. Der sogenannten Rettungshilfe muss aber auch die EU-Kommission noch zustimmen.

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