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Robert Koch, Mitbegründer der Mikobiologie

Wer war eigentlich Robert Koch?

Mittwoch, 25. März 2020

Das renommierte Robert Koch-Institut ist zurzeit in aller Munde und eine der Top-Quellen, wenn es um Fragen zum Coronavirus geht. Auch wir bei radio SAW erwähnen das Institut täglich in unserem Programm. Doch wer war eigentlich der Namenspatron des Institutes?

Robert Koch, geboren am 11. Dezember 1843, war ein deutscher Mediziner, Mikrobiologe und Nobelpreisträger. Geboren wurde er im SAW-Land - genauer gesagt in Clausthal im Harz. Bekannt wurde er, indem er erstmals nachwies, dass Infektionen wie Milzbrand durch Bakterien verursacht werden. Außerdem entdeckte er den Tuberkulose-Erreger, was ihn letztendlich weltberühmt machte.

Robert Koch, der Mitbegründer der Mikrobiologie

Tuberkulose (TBC), Cholera, Diphtherie und Wundinfektionen - das waren im 19. Jahrhundert die Haupttodesursachen weltweit.

Robert Koch war damals Arzt und entdeckte, dass Krankheiten durch winzige Organismen, nämlich Bakterien, entstehen. Ihm ist es gelungen, diese Bakterien samt ihrer Ansteckungswege zu identifizieren. Mit dieser Identifizierung ist es möglich, Therapien und Präventionsmaßnahmen zu erörtern und letztendlich durchzuführen.

Dies alles kann durch wissenschaftliche Methoden ermöglicht werden, die zu dieser Zeit neu waren und die Erreger nicht nur aufspürten, sondern auch sichtbar machten. Dies erreichte Koch beispielsweise durch die Anzucht von Bakterien auf festen Nährböden, Mikrofotografie und Färbetechniken.

Ab 1891 wurde Robert Koch der Direktor des kürzlich gegründeten "Königlich Preußischen Instituts für Infektionskrankheiten". Heute ist dieses Institut als Robert Koch-Institut bekannt. Dieses Institut wurde Ende des 19. Jahrhunderts für Koch von der preußischen Regierung errichtet und zählt zu den ersten biomedizinischen Forschungseinrichtngen weltweit.

Auch Misserfolge verzeichnen sich in Kochs Karriere

Ein großer Misserfolg für ihn war Tuberkulin. Das ist ein von ihm entwickeltes Heilmittel gegen Tuberkulose. Jedoch erwies es sich als nicht wirksam. Einige Patienten starben sogar nach der Behandlung.

Diese Tatsache löste den sogenannten Tuberkulose-Skandal aus. Koch musste einräumen, dass das vermeintliche Heilmittel aus einem Extrakt des TBC-Erregers in Glycerin bestand. 

Eine Folge des Skandals war, dass Regeln für Arzneimittelzulassungen aufgestellt wurden. Diese Regeln wurden unter anderem von Kochs Schüler Emil von Behring entwickelt. Arzneimittel mussten nun systematisch getestet werden, bevor sie vorsichtig klinisch eingeführt wurden.

Expeditionen und Nobelpreis

Koch untersuchte nicht nur Krankheiten, die sich auf deutschem Boden befanden. Auch Tropenkrankheiten wie beispielsweise Malaria oder die sogenannte Schlafkrankheit untersuchte der Mikrobiologe auf mehreren Monaten andauernden Expeditionen.

Im Jahr 1905 wurde Koch mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für seine Entdeckung des Tuberkulose-Erregers. Nur fünf Jahre später verstarb Koch an den Folgen eines schweren Herzanfalls.

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